Auf der Wartburg und in Eisenach

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Die Wartburg

Anfang Juni trafen wir uns mit einem befreundeten Paar aus Nürnberg auf einem Campingplatz bei Eisenach in Thüringen. Wir hatten uns Eisenach ausgesucht, da es von Bielefeld ziemlich genau so weit entfernt liegt, wie von Nürnberg. Außerdem steht in Eisenach die Wartburg, auf der Martin Luther eine Zeit lang gelebt hatte.

Unser Campingplatz bei Eisenach

Zur Übernachtung haben wir uns den Campingplatz „Campingpark Eisenach“ ausgesucht. Er liegt ein paar Kilometer südlich von Eisenach abseits der Straßen an einem kleinen Badesee, umgeben von Wäldern. Die Lage ist sehr idyllisch. Der Campingplatz ist nett angelegt und die sanitären Anlagen sind sauber. Es gibt allerdings nur relativ wenige Plätze für Reisende, ca. 80-90 % der Flächen werden von Dauercampern bewohnt. Das fanden wir aber nicht schlimm, zumal wir einen Stellplatz direkt am See gebucht hatten. Die Übernachtung kostete 26 € (Stand: Juni 2018).

Ein Vormittag auf der Wartburg

Unser erster Ausflug an unserem langen Wochenenende sollte gleich zur Wartburg gehen. Die Wartburg liegt direkt in Eisenach und ist ein absoluter Besuchermagnet. Am Tag der Anreise haben wir schon die überfüllten Besucherparkplätze im am Fuß des Berges gesehen. Die Auffahrt zu den Parkplätzen direkt an der Burg war bereits gesperrt, weil es keine freien Parkplätze mehr gab. Deshalb machten wir uns auch schon um 9:00 Uhr morgens auf den Weg, um die Wartburg zu besichtigen. So früh morgens konnten wir noch direkt an der Burg parken. Auch der Besucherandrang war noch nicht so stark, so dass wir die Burg erst einmal in Ruhe genießen konnten. Obwohl es Freitag war merkten wir schon gegen 10:00 Uhr, dass der Besucherstrom langsam extrem wurde. In wenigen Minuten war die Burg dann total überlaufen. Wer sich die Burg gerne in Ruhe ansehen möchte, sollte also möglichst früh kommen. Der Eintritt zur Wartburg ist kostenlos. Das Parken kostet 5 Euro pro Auto. Außerdem gibt es noch eine Führung durch die Räumlichkeiten der Burg (inklusive Lutherstube, Museum und Schaubibliothek). Wir haben allerdings keine Führung gemacht. Die große Führung kostet 10 €, der Eintritt für das Museum allein beträgt 6 €.

Stadtrundgang in Eisenach

Nach dem Besuch auf der Wartburg fuhren wir ein kleines Stück weiter bis ins Stadtzentrum und machten uns zu Fuß auf den Weg die Stadt zu erkunden. Zunächst ging es vorbei am schmalen Haus (ein berühmtes kleines Häuschen) bis zum Marktplatz. Dort haben wir schnell eine Thüringer Bratwurst verputzt und uns in der Besucherinformation mit einer Wanderkarte für den Nationalpark Hainich ausgestattet (mehr dazu in unserem nächsten Beitrag). Danach machten wir einen kurzen Abstecher zur Georgenkirche (dort wurde Johann Sebastian Bach getauft und Martin Luther predigte dort). Bei unserem Stadtrundgang sahen wir neben den tollen historischen Gebäuden immer wieder leerstehende Gebäude, die von Künstlern bemalt und in Szene gesetzt wurden. Das war sehr interessant! Nach einem kurzen Spaziergang durch die Fußgängerzone, steuerten wir die Eisdiele „Zucker & Zimt“ an. Dort gibt es total leckere und verrückte Eissorten. Alles selbstgemacht. Wirklich lecker! Weitere Sehenswürdigkeiten in Eisenach sind unter anderem das Lutherhaus, das Bachhaus und die Drachenschlucht.

Spannungsfeld zwischen Linken und Rechten in Eisenach

Ich habe lange überlegt, ob ich zu diesem Thema auch etwas schreiben soll. Da es aber anscheinend tatsächlich kein unbekanntes Problem ist, wollte ich doch ein paar Worte darüber verlieren. Eisenach ist in den letzten Jahren mit Berichten über rechstextreme Gewalt und Neonazigruppierungen häufiger in den Medien gewesen. Vor Ort ist uns tatsächlich auch aufgefallen, dass im Vergleich zu anderen Orten mehr Menschen unterwegs sind, die man rein äußerlich eher dem rechten Milieu zuordnen würde. Es waren zwar nicht sehr viele (die meisten Leute laufen nicht anders herum als in anderen Städten auch), aber es fiel dennoch auf. Außerdem sind auch öfter Schmierereien wie „National befreite Zone“ zu lesen, die aus dem rechten Milieu kommen. Diese Dinge fallen aber nur auf, wenn man etwas genauer darauf achtet. Ansonsten haben wir bei unserem Tag in Eisenach nichts Negatives bemerkt. Die Aktivisten und Künstler, die die leerstehenden Häuser bemalen und in Szene setzen gehören hingegen vermutlich eher der linken Szene an. Auch diese Aktivitäten scheinen in Eisenach deutlicher ausgeprägt als in vielen anderen Städten. Dieses Spannungsfeld zwischen links und rechts fanden wir sehr faszinierend und haben es bisher bei unseren Städtetrips so noch nicht erlebt. Auch deshalb ist ein Ausflug nach Eisenach sicher spannend, empfehlen können wir einen Besuch auf jeden Fall!

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