Roadtrip im Westen der USA

Roadtrip im Westen der USA

Von San Francisco bis zum Death Valley

Im August 2015 war es wieder einmal so weit und wir machten uns auf in ein neues Abenteuer. Diesmal sollte es ein Roadtrip im Westen der USA sein. Nach langer Planung und mehreren Umplanungen stand die Route fest: Gestartet wurde in San Francisco. Dann fuhren wir mit einem Mietwagen und unserem Zelt zum Yosemite Nationalpark. Nach einigen Nächten dort fuhren wir über das Death Valley nach Las Vegas. Danach steuerten wir mit zwei kurzen Zwischenstopps am Hoover Dam und in Williams, Arizona den Grand Canyon an. Nach zwei Nächten auf dem Campingplatz fuhren wir weiter zum Zion Nationalpark. Wieder zwei Nächte später ging es weiter zum Bryce Canyon und dann nach Salt Lake City. Nach einem kurzen Abstecher zur Antelope Island, machten wir uns auf den Weg zum Grand Teton Nationalpark. Nach wenigen Nächten starteten wir dann auch schon wieder. Nächstes Ziel: Yellowstone Nationalpark. Dann ging es weiter durch Idaho und Oregon nach Portland. Über die Oregon Coast fuhren wir dann nach Olympia und anschließend weiter nach Seattle. Von dort aus flogen wir per Inlandsflug noch für den obligatorischen Besuch der Verwandtschaft für einen Woche an die Ostküste.

San Francisco

San Francisco ist eine ganz besondere Stadt und sollte man auf jeden Fall besuchen, wenn man in Kalifornien unterwegs ist. Zudem ist es ein super Ausgangspunkt für einen Roadtrip im Westen der USA. Es gibt tolle Parks, einen super Wanderweg an der Pazifikküste entlang und jede Menge Sehenswürdigkeiten. Am ersten Tag haben den Golden Gate Park und den Botanischen Garten besucht und die Wanderung an der Küste entlang bis zur Golden Gate Bridge gemacht. Von dort aus sind wir mit dem Bus zum Fisherman’s Wharf und dann zu Fuß zu Lombard Street und zurück zu unserem Hotel. Wir waren den ganzen Tag zu Fuß unterwegs und haben wirklich viel gesehen. Es war zwar sehr anstrengend, aber für geübte Wanderer kein Problem. Am zweiten Tag haben wir uns China Town, das Levi’s-Museum und den Coit Tower angesehen. Am dritten Tag fuhren wir dann schon zum Flughafen, um den Mietwagen abzuholen.

Half Dome, El Capitan und die Giant Redwoods im Yosemite Nationalpark

Mit dem Mietwagen fuhren wir vom Flughafen aus direkt Richtung Yosemite Nationalpark. Da wir in der Hauptsaison unterwegs waren und uns zu spät um einen Campingplatz gekümmert haben, haben wir auf einem Platz der sich noch einige Meilen vor dem Park befand unser Zelt aufgeschlagen. Von dort aus haben wir dann Tagesausflüge in den Park gemacht. Den Park erkundet man aufgrund der Größe hauptsächlich mit dem Auto und sucht sich dann passende Wanderungen raus. Wir haben beispielswiese eine kleine Wanderung zu den Giant Reedwood Trees im Tuolumne Grove gemacht. Auf jeden Fall sollte man auch einen Besuch im Yosemite Valley einplanen. Von dort aus hat man einen tollen Blick auf die zwei bekanntesten Felsformationen im Park: den Half Dome und den El Capitan. Außerdem befinden sich dort zahlreiche Trailheads (so heißen die Startpunkte) für gute Wanderungen im Park.

Zelten im Death Valley, oder lieber doch nicht?

Nach dem Yosemite Nationalpark stand der Death Valley Nationalpark auf dem Programm. Auf dem Weg dorthin verwandelt sich die grüne Gebirgslandschaft immer mehr in eine felsig karge Wüstenlandschaft. Die Temperaturen steigen nahezu unaufhaltsam. Im Death Valley angekommen wollten wir uns zuerst nach einem Campingplatz umsehen. Bei einem kurzen Stopp bei einer Rangerstation, riet uns die nette Dame mit dem Hut allerdings dringend davon ab, im Valley zu übernachten. Es hatte bereits fast 49 °C und es sollte in der Nacht wohl nicht wesentlich kühler werden. Also Planänderung. Da die Übernachtungen in den Hotels im Death Valley nicht mit unserem Reisebudget vereinbar waren, wurde das Valley kurzerhand zum Tagesausflug degradiert. Trotzdem besuchten wir noch die wichtigsten Must Sees: Die Mesquite Flat Sand Dunes und den tiefsten Punkt Nordamerikas: das Badwater Basin. Anschließend fuhren wir direkt nach Las Vegas.

Von Las Vegas bis Salt Lake City

Las Vegas

Eigentlich war für Las Vegas nur eine Nacht eingeplant. Also mussten wir bei einem Mc Donalds das Gratis W-LAN bemühen und schnell noch ein zweites Hotel dazu buchen. In Las Vegas ist das zumindest unter der Woche kein Problem. Die Zimmer sind sehr preiswert und reichlich vorhanden.

Las Vegas selbst ist wie ein riesiger Vergnügungspark für Erwachsene. Sozusagen Disneyland mit Casinos, Stripshows und weltbekannten Künstlern bei Ihren Galaauftritten in den Casinos. Man muss es mal gesehen haben, mehr als 2-3 Nächte braucht man sich dort allerdings nicht aufhalten.

Über den Hoover Dam und die Route 66 zum Grand Canyon

Ein absolutes Highlight, das auf keiner Reise an die Westküste der USA fehlen darf ist natürlich der Grand Canyon. Von Las Vegas aus fährt man auf dem Weg dorthin automatisch am Hoover Dam vorbei. Hier sollte man auch kurz anhalten und ein paar Schritte auf den Damm laufen. Es lohnt sich. Zurück im Auto muss man sich wieder auf einige Stunden Fahrt gefasst machen. Kurz vor dem Abzweig zum Grand Canyon fährt man der kleinen Stadt Williams vorbei. Eine Stadt, die besonders stolz darauf ist, dass die letzte Stadt war, in der die berühmte Route 66 noch als Hauptstraße mitten durch den Ort geführt wurde. Dementsprechend touristisch aufgeblasen ist die Stadt heute. Allerdings trotzdem ganz nett zu sehen und für alle Fans der Route 66 unverzichtbar.

Zelten und Wandern im Grand Canyon

Im Grand Canyon Nationalpark haben wir auf dem Mather Campground übernachtet (vorher reserviert). Von dort aus kann man dann den South Rim (Südrand) des Grand Canyon erkunden. Neben den zahlreichen Aussichtspunkten sollte man unbedingt auch eine Wanderung in den Canyon machen. Auch wenn man es nicht ganz nach unten schafft (Wanderungen bis 10 Stunden und bis zu 900 Höhenmetern) lohnt es sich doch, zumindest ein paar Meilen in den Canyon hinabzusteigen, zum Beispiel wie wir zum „Ohh Ahh Point“ (3 km, ca. 2 Stunden).

Der Zion Nationalpark

Der Zion Nationalpark ist einer der schönsten Parks an der Westküste und sollte bei keinem Roadtrip im Westen der USA fehlen. Der Hauptteil des Parks befindet sich im langgezogenen Zion Canyon mit roten Steinformationen, durchzogen vom North Fork Virgin River. Im Park gibt es tolle und abwechslungsreiche Wanderungen. Die berühmteste Tour ist die Wanderung in die Narrows. Dabei läuft man durch enge Schluchten. Das Besondere: Der Weg ist der Fluss! Man läuft die ganze Zeit im Fluss und muss je nach Jahreszeit und Wasserstand sogar teilweise schwimmen. Darauf muss man natürlich entsprechend vorbereitet sein.

Der Bryce Canyon

Fast noch schöner als der Grand Canyon: der Bryce Canyon ist zwar viel kleiner, hat aber besonders spektakuläre Felsformationen vorzuweisen, die in einem leuchtenden Orange erstrahlen. Wir haben nur einen Tagesausflug mit einer zwei bis dreistündigen Wanderung in den Bryce Canyon gemacht. Es lohnt sich aber sicherlich auch ein längerer Aufenthalt, um noch mehr von der erstaunlichen Landschaft zu erkunden. Nach unserem kurzen Aufenthalt fuhren wir weiter Richtung Norden nach Salt Lake City.

Salt Lake City und Antelope Island

Salt Lake City ist nicht nur die Hauptstadt von Utah, sondern gilt auch als Hauptstadt der Mormonen. In der Stadt befindet sich also nicht nur das sehenswerte State Capitol, sondern auch der Salt Lake Temple, ein beeindruckendes Bauwerk und spirituelles Zentrum der Mormonen. Mehr als einen Tag als Zwischenstopp muss man für Salt Lake City allerdings nicht einplanen. Es ist für amerikanische Verhältnisse eher eine Kleinstadt. Nicht hässlich, aber auch nicht besonders schön. Da wir sowohl den Great Salt Lake, als auch Bisons sehen wollten, haben wir vor der Weiterfahrt noch einen Abstecher in den Antelope Island State Park gemacht. Es war ganz nett. Wer aber noch vor hat zum Yellowstone Nationalpark zu fahren, kann sich den Besuch nur wegen der Bisons ruhig sparen, denn im Yellowstone wird man den Tieren später noch zuhauf begegnen.

Vom Grand Teton Nationalpark bis Seattle

Der Grand Teton Nationalpark

Auf dem Weg von Salt Lake City zum Yellowstone Nationalpark kann man ohne große Umwege auch den Grand Teton Nationalpark durchqueren. Unser Tipp: Unbedingt machen! Der Grand Teton Nationalpark ist in Deutschland zwar nicht besonders bekannt, dafür aber umso schöner. Er befindet sich am Fuße der Tetons, eine malerische Gebirgskette und hat einige tolle Gebirgsseen und unzählige Wanderungen zu bieten. Auch die Flora und Fauna ist im Grand Teton beeindruckend. Es gibt unter anderem Adler, Bären, Wölfe und Elche. Man muss allerdings gezielt Ausschau halten um die Tiere auch tatsächlich zu sehen. Außerdem ist der Park im Vergleich zu den bekannteren Nationalparks in der Hauptsaison wesentlich weniger überlaufen.

Yellowstone Nationalpark, zu Recht gehypt

Nach dem Grand Teton Nationalpark folgte dann ein weiteres absolutes Highlight: Der Yellowstone Nationalpark. Würde man versuchen den Park mit drei Worten zu beschreiben wären diese wohl: riesig, atemberaubend und spektakulär. Am bekanntesten (absolut zu Recht) ist der Nationalpark für seine Geysire (z.B. Old Faithful) und Hotsprings (Grand Prismatic Spring). Was der Park aber ansonsten noch an dampfenden, blubbernden, brodelnden und zischenden Vulkanen und Quellen zu bieten hat ist einfach unglaublich. Die vulkanischen Aktivitäten finden allerdings nur in einem kleinen Teil des Parks statt. Im wesentlich größeren Teil des Parks bekommt man jede Menge Bisons, mit Glück auch Grizzlies, Elche und Wölfe zu sehen. Es gibt Wasserfälle, Canyons und sogar versteinerte Bäume. In diesem Park kann man ohne Weiteres ein bis zwei Wochen verbringen. Wir haben zum Yellowstone noch einen extra Bericht angefertigt. Hier geht es zu unserem Reisebericht zum Yellowstone Nationalpark.

Idaho, Portland und die Küste Oregons

Nach dem Yellowstone machten wir uns auf Richtung Portland, Oregon. Nach einer langen Fahrt und einem Zwischenstopp mit Übernachtung erreichten wir kurz vor Portland die sehenswerte Columbia River Gorge. Portland selbst ist zwar einen Besuch wert, aber nicht vergleichbar mit den bekannten Großstädten der USA. Wir haben uns dort auch nicht lange aufgehalten und sind nach zwei Übernachtungen weitergefahren zur Küste Oregons. An der Küste fuhren wir entlang nach Norden und verbrachten unterwegs eine Nacht auf einem Campingplatz im Twin Harbors State Park und haben dabei einen wunderschönen Sonnenuntergang am Strand erlebt.

Olympia, Seattle und zurück

Anschließend fuhren wir nach Olympia. Dort haben wir uns die Stadt und das Regierungsviertel angesehen. Es war ganz nett, man könnte aber auch darauf verzichten und dafür mehr Zeit in Seattle verbringen. In Seattle haben wir in einem jahrhundertealten Hotel im historischen Japantown von Seattle verbracht (Panama Hotel). Die Zimmer waren noch wie vor hundert Jahren mit alten Betten und Möbeln ausgestattet, sowie Bad und Toiletten auf dem Flur. Es war ganz nett, da die Hotelbesitzerin dort mit Leib und Seele arbeitete und das historische Erbe zu erhalten versuchte. Leider roch es allerdings auch etwas wie in einem Museum und besonders komfortabel war es auch nicht, sicherlich aber ein besonderes Erlebnis. Die Stadt Seattle ist jedenfalls einen Besuch wert. 1992 fand die Weltausstellung (Expo) in Seattle statt. Dadurch wurde die Stadt nachhaltig geprägt. Dies wird beispielsweise durch die berühmte Seattle Space Needle oder die Monorail (Einschienenbahn) sichtbar. Es gibt auber auch tolle historische Viertel, wie beispielsweise den Pike Place Market, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Von Seattle aus flogen wir anschließend noch kurz an die Ostküste um die Verwandtschaft zu besuchen und dann zurück nach Düsseldorf.

Reisedaten, Route und Fazit

Reisezeit: August bis September

Reisedauer: 5 Wochen

Länge der Route: 4.850 km

Budget: ca. 3.500 € pro Person

Bewertung: 5/5 Punkte

Die Route

Hier könnt ihr die Route mit Google Maps nachvollziehen:

Die Route als GPS-Dateien könnt ihr hier downloaden: KML, GPX

Fazit zum Roadtrip im Westen der USA

Unser Roadtrip im Westen der USA war bisher sowohl eine der besten, als auch anstrengendsten Roadtrips in den USA. Man sieht jede Menge tolle Städte, Nationalparks und die unterschiedlichsten Landschaften. Mit einer Gesamtlänge von 4.850 km in dreieinhalb Wochen war das Programm allerdings auch sehr straff. Wir würden für diese Tour mindestens 4 – 5 Wochen einplanen, damit man zwischendurch noch mehr entspannen kann. Man sollte außerdem unbedingt darauf achten, dass man nicht in der Hauptsaison fährt, da in dieser Zeit eigentlich alle Nationalparks ziemlich überfüllt sind.

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2 Gedanken zu „Roadtrip im Westen der USA“

    1. Auf jeden Fall! Es gibt dort so viel zu sehen. Selbst wenn man einmal im Jahr dort hinfliegen würde, gäbe es immer wieder Neues zu entdecken… Das Land ist einfach riesig!

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