San Francisco in zwei Tagen

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Golden Gate Bridge

Bei der Planung einer Reise an die Westküste der USA stellt eigentlich jedem früher oder später die Frage: „Von wo aus soll es los gehen?“. Meistens kommen dann zwei Ziele in Betracht: Los Angeles und San Francisco. Auch wir stellten uns 2015 diese Frage. Da ich Ende 2010 schon einmal in Kalifornien war und damals sowohl San Francisco, als auch Los Angeles besuchte, war für mich schnell klar, welche Stadt dieses Mal das Rennen macht: San Francisco! Es mag nur ein sehr subjektiver Eindruck sein, aber meiner Ansicht nach ist San Francisco wesentlich schöner und interessanter als Los Angeles.

Der Flug nach San Francisco

Wir buchten einen Flug von Düsseldorf über Kopenhagen zum San Francisco International Airport. Die Flüge nach San Francisco sind einigermaßen preiswert. Einen Hin- und Rückflug gibt es im Juni beispielsweise schon ab 600 € pro Person. Die Flugdauer beträgt etwa 11 Stunden. Unsere Tickets waren leider nicht ganz so günstig, da wir blöderweise mitten in der Hauptsaison flogen und zudem einen Gabelflug gebucht hatten. So kosteten unsere Tickets im August ungefähr 1.400 € (von Düsseldorf nach San Francisco und von Washington Dulles zurück nach Düsseldorf). Der internationale Flughafen von San Francisco ist sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Man gelangt mit einer Bahnlinie (BART) direkt, ohne umzusteigen in die Innenstadt (z.B. zum Civic Center). Die Fahrtzeit beträgt etwa 30 Minuten, die Bahnen fahren alle 20 Minuten und ein One-Way-Ticket kostet etwa 9 $ (Stand März 2016). Entspannter geht es eigentlich kaum.

Unser Hotel in San Francisco

Wir hatten ein nettes Hotel mit einem Doppelzimmer und eigenem Bad im Stadtteil „The Castro“, etwa 3 km vom Union Square entfernt. Der Preis für das Zimmer war leider recht hoch, da wir in der Hauptsaison unterwegs waren: 390 $ für drei Nächte. Das Hotel war recht rustikal aber in Ordnung. Sauber und ganz gemütlich. Unser Zimmer lag direkt an der Market Street. Dadurch war es etwas lauter, aber bei geschlossenem Fenster OK. Die Lage am Rande des Schwulen- und Lesbenviertels „The Castro“ ist sehr gut. Sie ist relativ zentral und die Gegend machte einen sehr sicheren Eindruck. Es gibt jede Menge Bars und Restaurants in der direkten Umgebung des Hotels. Wir kamen abends gegen 18:00 Uhr im Hotel an. Nach der anstrengenden Reise und wegen des Jetlags aufgrund der Zeitverschiebung von 8 Stunden, holten wir uns nach der Ankunft nur noch schnell etwas zu Essen und zu Trinken im Safeway an der Ecke Market Street/Church Street. Danach machten wir die Vorhänge dicht und gönnten uns eine ausgiebige Mütze Schlaf, damit wir am nächsten Tag gleich morgens voll durchstarten konnten.

San Francisco zu Fuß

Am ersten Tag machten wir uns direkt vom Hotel aus auf den Weg, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Insgesamt waren wir ca. 5 Stunden zu Fuß unterwegs (reine Gehzeit). Die Strecke zwischen Golden Gate Bridge und Fisherman’s Wharf haben wir mit dem Bus zurückgelegt.

Buena Vista Park und Haight-Ashbury

Vom Hotel aus ging es zunächst in den Buena Vista Park. Wie der Name schon sagt (= spanisch für „Schöne Aussicht Park“), erhofften wir uns von dort aus einen schönen Ausblick über die Stadt. Der Weg führte uns durch wirklich schöne Wohnviertel und dann steil bergauf in den Park. Der Ausblick vom Buena Vista Park war zwar ganz nett, so richtig gut konnte man aber leider nicht sehen. Auch am höchsten Punkt befinden sich ringsum noch sehr viele Bäume und Sträucher und man kann lediglich immer wieder dazwischen durchgucken.Vom Park aus liefen wir dann weiter nach Haight-Ashbury. Dieses Viertel ist vor allem durch seine ehemaligen Bewohner bekannt. Unter anderem wohnte dort Jimi Hendrix zur Zeit des Summer of Love.

Golden Gate Park und Botanical Garden

Von Haight-Ashbury aus liefen wir Richtung Golden Gate Park und zum Botanischen Garten von San Francisco. Im Golden Gate Park fand im Jahre 1967 der Summer of Love statt. Bei diesem Festival belagerten hunderttausende Hippies die Parkanlage. Von diesem Flair ist heute leider nicht mehr allzu viel übrig. Nur mit sehr viel Fantasie kann man sich vorstellen, wie es damals dort zugegangen ist. Spannend ist es trotzdem!

Im Golden Gate Park befindet sich auch der Botanische Garten von San Francisco. Der Eintritt kostet 8 $, lohnt sich aber. Aufgrund des gemäßigten Klimas wachsen dort auch subtropische und tropische Pflanzen im Freien, die bei uns nur im Gewächshaus überwintern könnten.

Dutch Mill, Ocean Beach

Am Ende des Golden Gate Parks befindet sich die Dutch Windmill, eine Windmühle, wie man sie auch in Holland sehen kann. Ein kurzes Stück danach kommt dann der Ocean Beach, ein langer Sandstrand am Pazifik. Zum Baden lädt der Stand nur bedingt ein, da sowohl die Wasser-, als auch die Lufttemperaturen im Sommer in San Francisco nicht besonders warm sind. Surfer sieht man hier nur im Neoprenanzug. Vom Ocean Beach aus wanderten wir dann weiter zum Sutro Heights Park. Von dort aus hat man einen herrlichen Blick auf den Pazifik und die an der Küste gelegenen Sutro Baths. Die Sutro Baths, waren ein öffentliches Salzwasserschwimmbad und wurden Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Heute sieht man allerdings nur noch die alten Schwimmbecken.

Sutro Heights Park, Coastal Trail und Battery Chamberlain

Vom Sutro Heights Park ist es nur ein kurzes Stück bis zum Beginn des Coastal Trails, der dann über den Lands End Trail bis zum Baker Beach und zur Battery Chamberlain führt. Die Wanderung an der Küste ist für alle Wander- und Naturfreunde ein absolutes Muss. Die Strecke ist zwar zu Beginn sehr überlaufen, je weiter man aber geht, desto weniger Spaziergänger sind unterwegs. Die Aussicht auf den Pazifik und die Bucht von San Francisco sind einfach super. Immer wieder gibt es kleine Ausblicke auf die Golden Gate Bridge und man kommt ihr jedes Mal ein Stückchen näher. Wer nicht ganz so gut zu Fuß ist, sollte zumindest mit dem Auto zum Lands End Trail Parking Lot und von dort aus ein Stückchen auf dem Weg gehen. Hier ein paar Eindrücke vom Coastal Trail, vom Lands End Trail und von den Chamberlain Batteries am Baker Beach:

Golden Gate Bridge

Nach knapp vier anstrengenden Stunden zu Fuß kamen wir dann endlich an der Golden Gate Bridge an. Dafür wurden wir mit einem klaren Blick und bestem Wetter mit einem Postkartenmotiv belohnt:

Nach einem kurzen Spaziergang auf der Brücke wollten wir dann weiter zum Fisherman’s Wharf. Diesmal allerdings mit dem Bus. Direkt an der Brücke gibt es zum Glück eine Bushaltestelle, die wir nach dem langen Fußmarsch mit Freude ansteuerten. Nach einer viel zu kurzen Busfahrt mussten wir allerdings schon wieder aussteigen. Wir hielten am Fort Maison und liefen dann zum Maritime National Historical Park, wo wir uns erst mal eine längere Pause auf einer Parkbank gönnten.

Fisherman’s Wharf

Anschließend ging es weiter zu einer weiteren Touristenattraktion: Fisherman’s Wharf. Dort gibt es unzählige Souvenirshops, Bars und Restaurants. Es gibt aber auch ein Spielautomatenmuseum, in dem antike Spielautomaten ausgestellt sind. Das Tolle dabei: Alle Automaten funktionieren noch! Ein Besuch dort lohnt sich auf jeden Fall! Auch die Ausflugsboote nach Alcatraz legen am Fisherman’s Wharf ab. Hier ein paar Eindrücke vom Fisherman’s Wharf:

Lombard Street

Nach dem Besuch im Fisherman’s Wharf liefen wir zurück zum Hotel. Auf dem Weg machten wir noch einen kurzen Abstecher zur Lombard Street:

Die Wanderung war am Ende des Tages dann doch anstrengender als gedacht. Vom Fisherman’s Wharf hätten wir besser mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurück zum Hotel fahren sollen. Wer nicht gut zu Fuß unterwegs ist, sollte sich vielleicht ein Fahrrad mieten, mit den Öffentlichen oder mit dem Auto fahren.

Chinatown

Am zweiten Tag wollten wir es etwas ruhiger angehen lassen. Diesmal fuhren wir erst einmal mit der Tram zum Union Square und liefen von dort aus nach Chinatown. Wir sahen uns das Dragon Gate an und machten einen Spaziergang durch die Straßen von Chinatown. Das chinesische Viertel von San Francisco ist recht schön hergerichtet. Auch wenn man schon das ein oder andere Chinatown aus anderen amerikanischen Städten kennt, lohnt sich ein Besuch.

Coit Tower

Von Chinatown aus ging es dann zu Fuß weiter zum Coit Tower. Der Turm liegt auf einer Anhöhe und es geht teilweise steil bergauf. Der Anstieg lohnt sich aber. Auch das Schlange stehen an der Kasse zur Aussichtsplattform zahlt sich aus. Der Blick vom Turm über die ganze Stadt und die Bucht von San Francisco ist spektakulär!

Greenwich Steps

Die Greenwich Steps waren eine echte Überraschung, die wir überhaupt nicht auf dem Zettel hatten. Als wir vom Coit Tower wieder bergab zum Levi’s Headquater gingen, führte uns der Weg über die Greenwich Steps. Die Greenwich Steps sind eine lange und steile Treppenanlage, die an zahlreichen wunderschönen Privatgärten entlang verläuft. Die Gärten sind voll von exotischen Pflanzen und liebevoll hergerichtet. Gefühlt ging es mehrere hundert Meter die Treppen hinunter. Es kamen uns immer wieder Touristen von unten entgegen, die uns darum beneideten, dass wir von oben kamen. Wir hatten uns also rein zufällig die bessere Gehrichtung ausgesucht.

Wie erwähnt ließen wir es am zweiten Tag ruhig angehen und machten nach dem Ausflug zum Coit Tower nur noch einen kurzen Stopp im Civic Center und fuhren dann zurück zum Hotel. Am dritten Tag fuhren wir dann zum Flughafen, um uns den Mietwagen für unseren Roadtrip im Westen der USA zu holen.

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